Das Leben mit Barfußschuhen

Eine faszinierende Art und Weise, wie man Füße gesund und fit halten kann. Mittlerweile gibt es zu diesem Thema auch immer mehr Literatur und mich freut es, dass Barfußschuhe ihren Platz in der Gesellschaft etablieren konnten.
Denn tatsächlich sind diese einzigartigen Schuhe hilfreich. Hier ein kleiner Einblick, wie ich mit Barfußschuhen angefangen habe.

Die ersten Barfußschuhe die ich gesehen habe, waren und sind für mich bis heute die hässlichsten Schuhe dieser Welt. Dabei haben die Schuhe an der Fußspitze kleine Fächer für jeden Zeh, so dass der Schuh wie ein Fuß aussieht. „Five-Finger“ Schuhe oder so ähnlich hat man sie genannt.
Dabei soll es gesünder sein, wenn die Zehen durch den Schuh leicht gespreizt werden, hat man mir gesagt.

Wie alles begann

Mit ungefähr 16 Jahren wurde bei mir Mittel-Leicht Senkfüße und eine Skoliose medizinisch festgestellt. Allerdings habe ich persönlich wenig davon gemerkt. Grund dafür war wahrscheinlich, weil ich regelmäßig Sport und Kampfsport betrieben habe. Ich habe dennoch Einlagen auf Rat des Arztes getragen! Erst ein paar Jahre später ist mir meine Skoliose erst richtig bewusst geworden. Auf Fotos habe ich meinen Kopf immer zur Seite geneigt, als würde irgendetwas vor mir stehen und ich mein Kopf neigen müsste. Ich hatte jedoch das Gefühl Gerade zu sein. Das sah echt komisch aus.

In der Ausbildung zum Physiotherapeuten habe ich dann gelernt, dass die Ursache für Skoliosen oder Fehlhaltungen nicht im Bereich der Wirbelsäule sein müssen, sondern auch von ganz unten kommen können… von unseren Füßen.

Ist auch ganz klar, wir stehen und gehen immer auf unseren Füßen. Wenn wir uns den Körper wie ein Gerüst vorstellen, sind die Füße das Fundament auf dem alles stabil oder instabil steht. Wenn das Fundament nicht ordentlich steht oder instabil ist, wird das Gerüst/Haus on Top auch nicht stabil oder schief stehen.

Eine Sache habe ich jedoch nicht verstanden. Meine Einlagen habe ich regelmäßig getragen und trotzdem habe ich eine schiefe Haltung gehabt.
Lag es vielleicht doch noch an etwas anderem?
Meine Gewichtverteilung auf den Füßen? Meine Schuhe? Meine Gangart? Alles sehr verwirrend finde ich…

Mit der Zeit habe ich immer mehr von Barfußschuhen gehört. Es gab immer mehr Anbieter und endlich auch welche die gut aussahen. Also habe ich mich getraut ein Paar zu besorgen, um den Unterschied zwischen normalen Schuhen & Barfußschuhen fest zu stellen.

War der Unterschied so gravierend wie alle sagten?

Mir war im Voraus schon klar, dass ich nicht sofort 24/7 die Barfußschuhe hätte tragen können, daher habe ich, wie empfohlen die Schuhe immer wieder nur für ein paar Stunden getragen.

Tatsächlich…
Nach dem ersten Spaziergang ist mir der Unterschied sofort aufgefallen. Intuitiv habe ich meinen Gang anpassen müssen, da es mir sonst nicht möglich gewesen wäre einen kompletten Spaziergang durch zu halten. Ich hätte sonst vor Schmerzen aufhören müssen. Das Problem war nämlich, dass ich mit meiner Ferse hart auf dem Boden aufgekommen bin bevor ich einen Schritt gemacht habe. Mit normalen Schuhen hat man ja genügend Sohle/Polster und merkt dem Kontakt zum Boden nicht wirklich. Die Barfußschuhe die ich jedoch hatte, hatten nur eine 3mm Sohle. Ein Hauch von nichts, gefühlt. Ich habe jedem einzelnen Stein auf dem Boden gespürt, genauso wie jeden aggressiven Schritt auf den Asphalt. Autsch, dass tat erstmal weh.
Mit der Zeit flachte ich meinen Schritt ab. Den Fuß habe ich also nicht maximal angezogen, sondern stattdessen kleine Abrollbewegungen gemacht. Angefangen mit 1h Spaziergang bin ich eine immer längere Zeit gegangen und habe stets auf meinem Körper gehört. Denn nach so einem Marsch können die Füße echt weh tun, so als wäre man eine längere Zeit auf schwerem Terrain gewandert.

Faszinierend, wie stark man sowas merkt! Was positiv zu vermerken ist, ist das mein Fußgewölbe viel stabiler geworden ist. Meine Haltung hat sich extrem verbessert, ich schaue jetzt wirklich gerade aus und ich habe eine bessere Wahrnehmung an den Füßen.

Was habe ich daraus gelernt?

Wer gesund & fit sein möchte, sollte sich überlegen mehr barfuß zu gehen, um die Wahrnehmung zu schulen & Haltung zu verbessern. Aktiv werden ist das Stichwort und das bedeutet sich nicht nur auf passive Einlagen zu verlassen. Einlagen haben mir in meinem Fall langfristig nicht geholfen, stattdessen das barfuß gehen mit Barfuß-Schuhen schon, da ich aktiv mein Fußgewölbe gestärkt habe. Mittlerweile liebe ich es mit Barfußschuhen herum zu laufen und trage sie draußen und während des Trainings regelmäßig. Zuhause laufe ich meistens sowieso barfuß und wer sich überlegt mehr barfuß zu gehen, kann ich empfehlen zuhause zu starten. Das ist der erste Schritt bevor man sich mit den Barfußschuhen nach draußen traut.

Hat dir der Artikel gefallen oder hast du Verbesserungsvorschläge, dann schreibe mir gerne eine Mail an info[at]kevin-rys.com.